Entwicklung einer Steuerung von interaktiven Anwendungen für Exponathardware mittels der Microsoft Kinect

Das Ziel dieser Bachelorarbeit bestand darin, eine Kinect-basierte Gestensteuerung für interaktive Anwendungen zu entwickeln um konventionelle Eingabemethoden durch spielerische Interaktionen zu ersetzen.

Kurzbeschreibung:

Tastatur und Maus – diese klassischen Eingabegeräte sind durch ihren ubiquitären Gebrauch intuitiv bedienbar und unabhängig vom Anwendungskontext. Aus demselben Grund ist die Bedienung dieser jedoch auch unspektakulär und selten ein Erlebnis. Besonders bei interaktiven Exponaten für Messeauftritte, Museen, Roadshows, Point-of-Sale Installationen und ähnlichen Szenarios entsteht dadurch ein Konflikt: Einerseits sollen ungeführte Exponate intuitiv und einfach bedienbar sein, anderseits soll die Interaktion selbst bereits neuartig und spannend sein. Im Gaming-Bereich ist die Gestensteuerung längst angekommen, zuvorderst durch Konsolen- bzw. Kontrollersysteme wie Nintendo Wii, Microsoft Kinect und Sony PlayStation Move. Theoretisch ist Gestensteuerung gut auf die Natur der Exponatik anwendbar, jedoch verarbeiten viele Anwendungen an spezifischen Stellen weiterhin textuelle Daten. So besitzen Exponate häufig Anbindungen an soziale Netzwerke, erfordern die Eingabe eines Namens zur Personalisierung oder etwa einer Email-Adresse zum Erhalt von Bildern oder Videos. Der Wechsel von Gestensteuerung zu Tastatureingabe wird häufig als Interaktionsbruch wahrgenommen und führt zur geringeren Akzeptanz seitens der Besucher.
Gegenstand der Bachelorarbeit war es zu erforschen, inwieweit klassische Eingaben durch eine Gestensteuerung substituiert werden können. Dies betraf einerseits textliche Daten wie Namen und Email-Adressen und anderseits die Simulation einer konventionellen Steuerung mit der Maus. So muss ein Nutzer die Art der Interaktion nicht im Laufe der Bedienung wechseln und zudem wird die Dateneingabe selbst als Teil des Erlebnisses wahrgenommen. Eine besondere Anforderung der Arbeit bestand weiterhin darin, die Interaktion an sich zu abstrahieren: bestehende Anwendungen sollen ohne Entwicklungsaufwand um Gestensteuerung erweitert werden können und vice versa.
Neben den technischen Herausforderungen wurde zudem eine Testumgebung umgesetzt, anhand derer Usability-Tests durchgeführt und ausgewertet werden konnten. Neben Texteingaben wie Name und Email wurden dadurch auch typische Anwendungsfälle der Maussteuerung für Exponate evaluiert; Testszenarios waren hier etwa ob alle Bereiche der Interaktionfläche auch per Gestensteuerung gleich gut erreichbar sind, ob zielsicher selektiert werden kann oder Operationen wie „Bild verschieben“ oder „Zoomen“ fehlerfrei und intuitiv ausführbar sind.

  • Verfasser: Kevin Kesslau
  • Prüfer: Prof. Dr. Bernd Dreier
  • Arbeit vorgelegt am: 25. März 2015
  • Durchgeführt bei:  Firma at² GmbH
  • Betreuer: André Kettner