Serious Games für das Gesundheitswesen

Das Spielen als Medium zur Vermittlung von Wissen und zur Unterstützung von therapeutischen Maßnahmen im Gesundheitswesen ist ein interessanter Ansatz, um die jeweiligen Zielgruppen intrinsisch zur gesundheitsfördernden Verhaltensänderung bzw. zum Lernen zu motivieren. Serious Games sind Computerspiele, die den Spieler unterhalten wollen und gleichzeitig weitere seriöse Ziele, i.d.R. didaktische Ziele, verfolgen. Kommen nur einzelne spielerische Elemente zu Einsatz, um eine Lerneinheit zu unterstützen, dann spricht man von Gamification. An der Hochschule Kempten wurden in den Studiengängen „Game Engineering“ und „Game Engineering und Visual Computing“ im Rahmen von studentischen Teamprojekten und Abschlussarbeiten diverse Prototypen für Serious Games und digitale Gamification-Konzepte für verschiedene Zielgruppen im Gesundheitswesen entwickelt.

Das Spiel „Hey Doc!“ setzt es sich zum Ziel Pflegepersonal und Ärzten den Umgang mit der in Krankenhäusern üblichen Pflegedokumentation zu trainieren. Hier geht es einerseits darum ein Pflegedokument über die Aufenthaltsdauer des Patienten hinweg mit Information zu befüllen und andererseits diese Information zu interpretieren, um den Genesungsverlauf des Patienten zu bewerten. Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit dem Medical Education Center der Technischen Universität München (http://www.mec.med.tum.de/).

Ein weiteres Kooperationsprojekt mit dem Medical Education Center der Technischen Universität München befasst sich mit dem Thema Kommunikation zwischen Patient und Ärzten in Gesprächssituationen wie OP-Aufklärung oder einer Standardvisite auf Station. Lernziel ist es diese Gespräche möglichst effizient und strukturiert nach etablierten Leitfäden zu führen.

Das Projekt „Augmented Reality Visualisierung der Anatomie“ vermittelt interaktiv und spielerisch die anatomischen Strukturen einer Frau und ihrem ungeborenen Baby in verschiedenen Schwangerschaftsstadien. Hierfür kam eine moderne Augmented Reality Brille zum Einsatz mit deren Hilfe man gestengesteuert einzelne Körperregionen untersuchen kann. 

In Zusammenarbeit mit dem mit dem vfkv – Ausbildungsinstitut München gGmbH (https://www.vfkv.de/) wurden Virtual Reality Anwendungen entwickelt, um psychotherapeutische Anwendungen zu unterstützen, darunter Entspannungsübungen und die Therapie von Agoraphobie.

Der Studiengang Gesundheits- und Pflegeinformatik behandelt neben vielen anderen Informatik- und Gesundheitsthemen auch  Serious Games und Gamification im Gesundheitswesen und bereitet unsere Studierenden darauf vor den Bedarf und die Anwendungsszenarien solcher digitalen Lösungen zu analysieren, vergleichbare Anwendungen zu entwickeln, und deren Lerneffekte zu bewerten.

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