Neugestaltung des GameLabs – Zentrum für Computerspiele und Simulation

Die Gaming Industrie ist seit Jahrzehnten einer der großen Treiber für die Fortentwicklung von Computerhardware und Innovationen für Mensch-Computer Schnittstellen. Dementsprechend schnell ändert sich der Stand der Technik, z.B. bei Displays, Eingabegeräten und Graphikkarten, der die Grundlage für die Entwicklung von Algorithmen für Computerspiele sowie Visualisierungen und Simulationen für Industrieanwendungen definiert.

Somit hat sich ein Konsortium bestehen aus den Professoren der Studiengänge Game Engineering (Bachelor) und Game Engineering und Visual Computing (Master) Gedanken über die Komponenten eines notwendigen Updates unseres GameLabs gemacht, das organisatorisch dem Zentrum für Computerspiele und Simulation sowie der Fakultät für Informatik zugeordnet ist. Ziel war es eine Laborausstattung zu definieren, die auch noch in einigen Jahren eine attraktive Entwicklungsumgebung für eine zeitgemäße Lehre und Forschung bietet. Prof. Dr. Bichlmeier erstellte daraus ein Konzept für die neue Raumaufteilung und sondierte verschiedene Varianten der Technologieausstattung.

Nach dem Abschluss des Beschaffungsprozesses Ende Oktober 2021 wurden im Labor verschiede Projektbereiche für unterschiedliche Entwicklungsthemen in Betrieb genommen. Virtual Reality (VR) Anwendungen profitieren nun neben aktuellen VR-Brillen von einer sog. Treadmill, die es ermöglicht auch größere Strecken in virtuellen Welten auf natürlich Art und Wiese zu begehen. Das System Icaros ist ebenfalls eine Mensch-Computer Schnittstelle für VR Anwendungen, die die Bewegung durch den virtuellen 3D Raum per Körperverlagerung ermöglicht, z.B. per Flug durch die Luft oder Tauchen unter Wasser. Ein neue 2×2 Display-Matrix ergibt zusammen ein 16 K Display und zielt auf die Entwicklung von modernen Computergraphik und Visualisierungsalgorithmen auf hochauflösenden Displays ab. So können sog. Multi-Rendering Techniken erprobt werden, die Graphikberechnungen parallel auf verschiedene Recheneinheiten auslagern und gleichzeitig auf mehre Displays zeichnen. Die Tracking Area ist aktuell mit Infrarot-Tracking Kameras, einem Beamer und einer Projektionsfläche ausgestattet um sog. Powerwall-Anwendungen zu entwickeln. Die Konstruktion erlaubt es jedoch beliebige weitere Sensorik, z.B. für markerloses Bodytracking, zu installieren und entsprechende Algorithmen zu entwickeln. Eine Demoarea bestehend aus einem Sofa und einem 85‘‘ Display simuliert das klassische, heimische Gaming-Setup um Experimente und Tests mit Probanden sowie Demos für Besucher durchzuführen. Weiterhin wurde das Labor mit aktuellen Augmented Reality Brillen, EEG Messgeräten und Hardware zur Musikentwicklung und Soundwiedergabe ausgestattet.